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Das Thema Rauchen allgemein, besonders aber Rauchen in der Schwangerschaft ist so stark mit Schuldgefühlen, Ängsten und Aggressionen besetzt, dass es oft schwierig ist, sich sachlich damit auseinanderzusetzen. Dennoch ist es wichtig, dass Raucherinnen, die sich ein Kind wünschen oder schon schwanger sind, sich ernsthaft mit ihrer Gewohnheit oder Abhängigkeit befassen und offen darüber sprechen. Sinnvoll und hilfreich ist es auch, sich mit der Ärztin oder dem Arzt zu beraten.
Jede nicht gerauchte Zigarette ist ein Erfolg
Jede Zigarette, auf die eine schwangere Frau verzichtet, ist ein Erfolg und bringt ihr und dem Kind mehr Gesundheit und Lebensqualität, denn jede einzelne Zigarette schadet dem Ungeborenen ganz direkt. Sich das klar zu machen, kann die innere Überzeugung stärken, dass jetzt genau der richtige Zeitpunkt ist, das Rauchen sein zu lassen. Welchen besseren Anlass könnte es geben als eine Schwangerschaft?
Zu zweit fällt das Aufhören leichter
Falls der Partner raucht, sollte er die Schwangere unterstützen und ebenfalls aufhören. Denn auch das Passivrauchen schadet dem Ungeborenen. Wenn der Mann weiter raucht, macht er seiner Partnerin die Entwöhnung unnötig schwer.
Nicht zuletzt fällt es beiden Partnern leichter, wenn sie zusammen aufhören zu rauchen. Gemeinsam lässt sich zum Beispiel die Wohnung besser zur rauchfreien Zone erklären – auch für Freunde und Bekannte. Man kann sich gegenseitig unterstützen, wenn das Verlangen nach einer Zigarette stark wird. Außerdem lassen sich Rückfälle eher vermeiden, wenn keine Zigaretten herumliegen.
Gut vorbereiten, Versuchungen meiden
Es bekräftigt den Entschluss zum Aufhören, wenn man sich bewusst darauf vorbereitet und einen „Stopp-Tag“ auswählt. Bis dahin lassen sich persönliche Strategien ausprobieren, wie man die Lust auf eine Zigarette am besten in den Griff bekommt.
- Zur Vorbereitung kann es hilfreich sein, jede Zigarette nur noch halb zu rauchen,
- die Zahl der täglichen Zigaretten zu reduzieren oder
- vor dem Griff zur Schachtel jeweils fünf Minuten zu warten.
Am Stopp-Tag etwas Außergewöhnliches zu unternehmen, hilft ebenfalls, mit der täglichen Gewohnheit zu brechen – zum Beispiel ein „Wellness-Tag“ in ohnehin rauchfreier Umgebung.
Am besten meidet man Räume, in denen geraucht wird, und umgeht Situationen, die mit dem Rauchen verknüpft sind oder Stress mit sich bringen. Verabredungen können zum Beispiel in rauchfreien Lokalen stattfinden. Einfache Entspannungsübungen helfen, wenn es hektisch wird. Manche Menschen lutschen Bonbons, andere genießen ihren Lieblingstee, wenn die Rauchlust besonders stark wird.
Wo erhalte ich Hilfe?
Werdenden Eltern bietet die BZgA-Broschüre "Ich bekomme ein Baby – rauchfrei in der Schwangerschaft“ Tipps und Hilfen zum Thema Rauchverzicht. Sie kann bei der BZgA bestellt oder heruntergeladen werden unter:
http://www.bzga.de/infomaterialien/foerderung-des-nichtrauchens/rauchfrei-in-der-schwangerschaft-ich-bekomme-ein-baby/
Auf der BZgA-Website www.rauchfrei-info.de finden Raucherinnen und Raucher umfangreiche Informationen und bewährte Tipps zum Ausstieg aus der Nikotinabhängigkeit. Das Rauchfrei-Ausstiegsprogramm der BZgA begleitet und unterstützt Aufhörwillige über 21 Tage hinweg mit vielen hilfreichen Infos und Empfehlungen.
Telefonische Hilfe erhalten Ratsuchende beim
- Beratungstelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zur Rauchentwöhnung: 0 18 05 / 31 31 31 (14 Cent/Minute, montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr und freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr) oder
- beim Rauchertelefon des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg: 0 62 21 / 42 42 00 (montags bis freitags von 14 bis 17 Uhr).
Viele Krankenkassen haben Beratungsstellen eingerichtet, die kompetente Hilfe und Unterstützung bieten. Einige Kassen geben auch Zuschüsse für die Teilnahme an Raucherentwöhnungskursen. Nähere Informationen sind bei den Krankenkassen erhältlich.
Linkliste
- Rauchfrei in der Schwangerschaft - Ich bekomme ein Baby
Die Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hilft werdenden Eltern dabei, ihr individuelles Programm zur Raucherentwöhnung zu entwickeln. Die Broschüre kann als PDF-Dokument heruntergeladen oder bestellt werden. (Recherchedatum: 20.08.2008)
- Das Thema Nichtrauchen auf dem Weltgesundheitstag 2005
Eine Pressemitteilung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung anlässlich des Weltgesundheitstages 2005 zur Notwendigkeit des Nichtrauchens während der Schwangerschaft und über den Schutz vor Passivrauch bei Kindern. (Recherchedatum: 15.12.2005)
Häufig gestellte Fragen
Deckt eine vegetarische Ernährung den Nährstoffbedarf für Mutter und Kind?
Eine vielseitige vegetarische Ernährung, die Milch, Milchprodukte und Eier enthält, deckt in der Regel den Nährstoff- und Vitaminbedarf ebenso wie eine Ernährung mit Fleisch.
Vegetarierinnen sollten aber darauf achten, dass sie trotz der vegetarischen Ernährung ausreichend Eisen, B-Vitamine und Eiweiß zu sich nehmen. Falls das nicht sichergestellt ist, empfiehlt es sich, zusätzliche Vitamine und gegebenenfalls Eisenpräparate einzunehmen.
Vegetarierinnen sollten sich im Zweifel mit ihrer Ärztin, ihrem Arzt oder einer Ernährungsberaterin oder einem Ernährungsberater besprechen, und sich Tipps einholen, wie eine optimale Ernähung während der Schwangerschaft sichergestellt werden kann.
Wie kann ich das Risiko senken, an einer Listeriose zu erkranken?
Listeriose-Bakterien befinden sich unter anderem in Rohmilchprodukten, in rohem Fleisch, auf ungewaschenem Gemüse und sie reichern sich besonders in der Rinde von Weich- und Schimmelkäse an.
Wenn schwangere Frauen auf den Genuss von Rohmilch, Rohmilchprodukten und rohem Fleisch verzichten, die Rinde von Käse nicht mitessen, Fleisch gut durchgaren und waschen, das Obst und Gemüse sehr gründlich waschen, senken sie das ohnehin geringe Risiko, an Listeriose zu erkranken.
Darf ich während der Schwangerschaft Leber essen?
Eine Überdosierung von Vitamin A kann möglicherweise dem ungeborenen Kind schaden. Da der Gehalt an Vitamin A in der Leber sehr hoch ist, weil sich dieses Vitamin dort auch anreichert, ist es sicherer, wenn Schwangere im ersten Drittel der Schwangerschaft auf Leber verzichten. In allen anderen Lebensmitteln kommt Vitamin A nicht in großen Mengen vor, so dass bei normaler Ernährung kein Risiko einer Überdosierung besteht.
Muss ich meine Katze abschaffen, wenn ich schwanger bin?
Katzen können Überträgerinnen der Krankheit Toxoplasmose sein. Die Toxoplasmose ist normalerweise eine harmlose Infektion. Jedoch kann eine Erstinfektion während der Schwangerschaft zu schweren Schäden an Augen und Gehirn des Kindes führen.
Schwangere Katzenbesitzerinnen können zunächst anhand einer Blutuntersuchung feststellen lassen, ob sie gegen Toxoplasmose immun sind. Wenn ja, besteht keine Gefahr der erneuten Ansteckung. Hat die Schwangere keine Toxoplasmose-Antikörper im Blut, kann die Tierärztin oder der Tierarzt feststellen, ob die Katze Überträgerin der Krankheit ist.
Ist nun die Katze nicht Überträgerin von Toxoplasmose, sollte die Schwangere darauf achten, dass sie sich in der Schwangerschaft nicht ansteckt. Sie kann eine Ansteckung vermeiden, indem sie die Katze nicht aus der Wohnung lässt und ihr kein rohes Fleisch füttert.
Ist die Katze jedoch Überträgerin, dann sollte die Katzetoilette weit weg von den Wohnräumen aufgestellt und die Toilette feucht gehalten werden, so dass sie nicht staubt. Am besten ist es, den Partner oder andere Personen die Katzentoilette säubern zu lassen. Somit mindert man das Risiko, sich über die Katze mit den Erregern der Toxoplasmose anzustecken.
Wenn bestimmte Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden, ist es also nicht nötig, sich in der Schwangerschaft komplett von Katzen fernzuhalten oder das eigene Tier abzuschaffen.


