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Entspannungsübungen zur Geburtsvorbereitung

Entspannungsübungen sind hilfreich und sinnvoll. Durch die Beschäftigung mit den einzelnen Muskelpartien lernt die Schwangere ihren Körper besser kennen und ihn bewusst zu entspannen. Dadurch kann eine aktive Teilnahme am Geburtsvorgang erreicht und der Schmerz besser kontrolliert werden.


Progressive Entspannung

Diese Art der Entspannung entsteht durch Konzentration auf verschiedene Muskelgruppen. Dabei merkt man, dass das Schmerzempfinden im angespannten Muskel anders ist als das Schmerzempfinden im entspannten Muskel. Dies funktioniert in Muskelgruppen von Kopf bis Fuß.

Für die folgenden Übungen legen Sie sich entweder bequem in die Rücken- oder Seitenlage, oder Sie setzen sich bequem auf einen Sessel. Tragen Sie bequeme Kleidung und sorgen Sie für genügend frische Luft. Während der Übungen atmen Sie immer gelöst ein und aus.

Hier einige Übungen:

  • Fußmuskeln: Krallen Sie die Zehen des rechten Fußes, konzentrieren Sie sich auf die anwachsende Spannung, halten Sie die Spannung für sechs bis zehn Sekunden, dann lassen Sie unvermittelt los. Machen Sie dasselbe mit den Zehen des linken Fußes.
  • Oberschenkelmuskeln: Strecken Sie das rechte Bein aus und drücken Sie es nach unten, konzentrieren Sie sich auf die anwachsende Spannung, halten Sie die Spannung für sechs bis zehn Sekunden, dann entspannen Sie. Machen Sie dasselbe mit dem linken Bein.
  • Gesäßmuskeln: Ziehen Sie beide Gesäßmuskeln/Pobacken zusammen, konzentrieren Sie sich auf die anwachsende Spannung, halten Sie die Spannung für sechs bis zehn Sekunden, dann lassen Sie unvermittelt los.
  • Bauchmuskeln: Spannen Sie die Bauchmuskeln an, konzentrieren Sie sich auf die anwachsende Spannung, halten Sie die Spannung für sechs bis zehn Sekunden, dann lassen Sie los.
  • Rückenmuskeln: Drücken Sie den unteren Teil des Rückens nach unten, konzentrieren Sie sich auf die anwachsende Spannung, halten Sie die Spannung für sechs bis zehn Sekunden, dann lassen Sie los. Drücken Sie das rechte Schulterblatt nach unten, konzentrieren Sie sich auf die anwachsende Spannung, halten Sie die Spannung für sechs bis zehn Sekunden, dann lösen Sie die Spannung. Machen Sie dasselbe mit dem linken Schulterblatt. Ziehen Sie dann beide Schulterblätter auseinander, konzentrieren Sie sich auf die anwachsende Spannung, halten Sie die Spannung für sechs bis zehn Sekunden, dann entspannen Sie sich.
  • Nackenmuskulatur: Drücken Sie Ihren Nacken gegen eine Unterlage, drücken Sie weiter und konzentrieren Sie sich auf die anwachsende Spannung, halten Sie die Spannung für sechs bis zehn Sekunden, dann lassen Sie los und entspannen.
  • Abschluss der Übungen: Spannen Sie zum Ende der Übungen den gesamten Körper an, halten Sie die Spannung für sechs bis zehn Sekunden, dann entspannen Sie den ganzen Körper und genießen die Gelöstheit für zwei bis drei Minuten. Wiederholen Sie dann die Übung.

Selektive Entspannung

Die selektive Entspannung spricht einzelne Muskelgruppen an. Dabei lernt man den Körper so zu kontrollieren, dass sich bei jeder Kontraktion während des Geburtsvorgangs der Rest des Körpers entspannt.

Hier einige Übungen:

  • In der Rückenlage heben Sie den linken Arm an, ballen eine Faust und spannen den Arm an. Entspannen Sie zur gleichen Zeit den rechten Arm und den Rest des Körpers. Halten Sie hierbei den Atem nicht an. Die Übung mit dem anderen Arm wiederholen.
  • In der Rückenlage heben Sie das rechte Bein an, ziehen den Fuß an und spannen das Bein an. Das rechte Bein, beide Arme und der Rest des Körpers ruhen entspannt. Die Übung mit dem anderen Bein wiederholen.

Entspannung durch Berührung

Diese Art der Entspannung beinhaltet die Massage oder das einfache Handauflegen durch einen Partner oder eine Partnerin. Einzelne Muskelgruppen werden auf Berührung konditioniert, das heißt, die Stelle, an der die Berührung erfolgt, entspannt.

Übung:

  • Während der Partner oder die Partnerin über eine bestimmte Körperpartie streicht, zum Beispiel die Stirn, die Schulter- und Nackenmuskeln oder den unteren Rückenbereich (Becken, Steißbein), oder die Hand auflegt, liegt die Konzentration auf dem Loslassen dieser Bereiche.

Entspannung durch einfache Atemübungen

Atemübungen sind ein einfacher Weg, mit Anspannung oder Stress umzugehen. Sie können immer und überall angewendet werden.

Hier einige Übungen:

  • Setzen Sie sich mit geschlossenen Augen auf einen Stuhl. Beginnend mit den Muskeln der Füße und Beine entspannen Sie von unten nach oben den gesamten Körper bis zum Kopf. Atmen Sie durch die Nase ein und durch den Mund aus. Wiederholen Sie beim Ausatmen ein kurzes einfaches Wort. Wiederholen Sie die Übung zehn bis zwanzig Minuten lang.
  • Atmen Sie lang und tief durch die Nase in den Bauch ein. Zählen Sie bis vier. Entspannen Sie dann die Schulter und Nackenmuskulatur. Atmen Sie langsam aus und zählen Sie dabei bis sechs. Wiederholen Sie diese Abfolge vier- oder fünfmal. um Spannungen abzubauen.

Publikationen zum Thema

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Köln 2006 | Preis: kostenlos

Häufig gestellte Fragen

Helfen Dampfsitzbäder als Vorbereitung auf die Geburt?

Wissenschaftlich ist zwar nicht erwiesen, dass Dampfsitzbäder eine Hilfe bei der Vorbereitung auf die Geburt sind. Aber generell sind Dampfsitzbäder gut für das Gewebe, sie machen es geschmeidiger und weicher und können damit die Geburt erleichtern. Auch können Dampfsitzbäder möglicherweise einem Dammriss oder der Notwendigkeit eines Dammschnitts entgegenwirken. Ab der 38. Schwangerschaftswoche werden Dampfsitzbäder mit Heublumen oder Lindenblüten einmal in der Woche empfohlen. Für ein Dampfsitzbad werden die Blüten in ein Gefäß, also einer kleinen Wanne zum Beispiel, mit kochendem Wasser gegeben. Nachdem das Wasser etwas abgekühlt ist, kann man sich darüber setzen.

Was kann ich tun, um einen Dammriss zu vermeiden?

Die Dammmassage kann verhindern, dass der Damm einreißt oder geschnitten werden muss. Deshalb ist es hilfreich, während der Schwangerschaft, aber besonders sechs Wochen vor der Geburt täglich den Dammbereich und die Schamlippen mit einem naturbelassenen Öl (zum Beispiel Weizenkeim-, Jojoba-, oder Johanniskrautöl) in kreisenden Bewegungen zu massieren. Zur leichten Dehnung der Scheide können ein oder mehrere Finger in die Scheide eingeführt werden, um dann das Gewebe vorsichtig Richtung After zu dehnen. Es wird empfohlen, bei dieser Übung in die Hocke zu gehen oder sich mit angezogenen Beinen hinzulegen. Neben der Dehnungsfähigkeit des Damms fördert dies das Gefühl für die Scheide und den Beckenboden. Die Entspannungsfähigkeit während der Geburt wird dadurch wie auch durch Beckenbodenübungen erhöht.

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