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Bei den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen werden akute Probleme in der Schwangerschaft, chronische Krankheiten und auch Komplikationen bei vorangegangenen Schwangerschaften erfasst. Diese Befunde werden anhand von zwei Fragenkatalogen erhoben, die im Mutterpass auf den Seiten 5 und 6 zu finden sind. 26 Fragen betreffen den allgemeinen Gesundheitszustand der Schwangeren. Weitere 26 Fragen beziehen sich auf Komplikationen, die im Verlauf der Schwangerschaft auftreten können.
Kriterien für die Einstufung als Risikoschwangerschaft
Die Fragenkataloge erfassen zum Beispiel folgende Merkmale:
- Alter der Mutter über 35 oder unter 17 Jahren
- Vorerkrankungen der Mutter (zum Beispiel Diabetes, Asthma, Epilepsie, Herzerkrankungen, Nieren- und Schilddrüsenerkrankungen, Bluthochdruck, Tuberkulose, Hepatitis)
- Vorangegangene Frühgeburten, Fehlgeburten, Schnittentbindungen (Kaiserschnitt)
- Rhesus-Unverträglichkeit
- Mehrlingsschwangerschaft
- Erbkrankheiten in der Familie
Diese und andere Merkmale können zu einer Einstufung als Risikoschwangerschaft führen. Da die Befragung so umfangreich ist, fallen sehr viele Frauen in die Kategorie "Risikoschwangerschaft".
Befunde kritisch hinterfragen
Die Einstufung als „Risikoschwangerschaft“ bedeutet aber nicht, dass zwangsläufig Komplikationen auftreten werden. In den meisten Fällen liegt lediglich ein Anlass vor, die Schwangerschaft besonders sorgfältig zu überwachen und bei Bedarf zusätzliche Untersuchungen oder Behandlungen durchzuführen.
Der Risikokatalog ist in Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern sehr umfangreich. Das kann Schwangere unnötig beunruhigen und verunsichern. Deshalb ist es wichtig, sich die erhobenen Befunde und ihre möglichen Folgen von der Ärztin oder dem Arzt in Ruhe und ausführlich erklären zu lassen.
Publikationen zum Thema
Häufig gestellte Fragen
Ich habe gehört, dass Folsäure Fehlbildungen beim Kind verhindern kann. Wie wichtig ist die Einnahme von Folsäurepräparaten?
Das Rückenmark und die Wirbelsäule des Embryos entwickeln sich aus einer flachen Zellmasse, deren Ränder sich schließen und ein Rohr bilden. Ist dieses Neuralrohr nicht richtig ausgebildet, so liegt das Rückenmark frei. Die Folgen können Lähmungen der Beine, Inkontienz oder ein Hydrocephalus (im Volksmund "Wasserkopf" genannt) sein.
Es ist inzwischen wissenschaftlich erwiesen, dass Folsäure für die Ausbildung des Neuralrohrs unerlässlich ist und eine ausreichende Folsäurezufuhr den beschriebenen Missbildungen wirksam vorbeugen kann.
Folsäure ist ein Bestandteil des Vitamin-B-Komplexes, der vor allem in Gemüse, Kartoffeln, Fleisch, Milch- und Vollkornprodukten enthalten ist. Beim Kochen wird Folsäure allerdings zerstört, ebenso durch längere Lagerung. Es ist daher wichtig, möglichst viel frisches Gemüse und Blattsalate zu essen. Dennoch kann die empfohlene Folsäuremenge von 0,4 mg pro Tag über die normale Ernährung kaum erreicht werden. Darüber hinaus wird Folsäure während der Schwangerschaft wesentlich schneller als gewöhnlich ausgeschieden. Dadurch kann es leicht zu Folsäuremangel kommen. Schwangeren Frauen wird daher in der Regel zur zusätzlichen Einnahme von Folsäuretabletten geraten. Mit der Einnahme sollte schon vor der Schwangerschaft, auf jeden Fall aber mit Bekanntwerden der Schwangerschaft begonnen werden, da sich gerade in dieser Zeit das Rückenmark und die Wirbel bilden.
Ich bin in der 24. Woche und spüre mein Kind manchmal den ganzen Tag nicht. Bewegt es sich zu wenig?
In den mittleren Schwangerschaftsmonaten sind die Kindsbewegungen häufig nur schwach zu spüren. Vor allem bei der ersten Schwangerschaft werden sie daher oft nicht als Bewegungen des Kindes wahrgenommen, sondern fälschlich als Magengrollen oder Blähungen gedeutet. Auch sind die Aktivitäten des Kindes im Mutterleib in dieser Zeit noch nicht regelmäßig: An manchen Tagen ist das Kind ständig in Bewegung, an anderen verhält es sich eher ruhig. Hinzu kommt oft, dass das Ungeborene nachts, wenn die Mutter ruht, aktiver ist als tagsüber. Es ist also nicht ungewöhnlich, dass mitunter einen ganzen Tag lang keine Kindsbewegungen zu spüren sind.
Wie kann ich das Risiko senken, an einer Listeriose zu erkranken?
Listeriose-Bakterien befinden sich unter anderem in Rohmilchprodukten, in rohem Fleisch, auf ungewaschenem Gemüse und sie reichern sich besonders in der Rinde von Weich- und Schimmelkäse an.
Wenn schwangere Frauen auf den Genuss von Rohmilch, Rohmilchprodukten und rohem Fleisch verzichten, die Rinde von Käse nicht mitessen, Fleisch gut durchgaren und waschen, das Obst und Gemüse sehr gründlich waschen, senken sie das ohnehin geringe Risiko, an Listeriose zu erkranken.


