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Schwangere Frauen müssen in der Schwangerschaft ihre Ernährung nicht komplett umstellen, sollten aber darauf achten, was sie essen und welche Genussmittel sie zu sich nehmen. Ihre Lebensweise hat nicht nur einen Einfluss auf sie, sondern kann sich durchaus auch auf die gesunde Entwicklung ihres Kindes auswirken.
Fastfood, Konservierungs-, Farb- und Aromastoffe in kleinen Mengen und normalen Dosen verzehrt, gelten als unbedenklich. Allerdings sind keine Grenzwerte für diese Nahrungsmittelzusatzstoffe, die in der Schwangerschaft dem ungeborenen Kind schaden könnten, bekannt. Daher wird Schwangeren allgemein empfohlen, sich überwiegend gesund, ausgewogen und vollwertig, mit frischen Lebensmitteln, Obst und Gemüse zu ernähren und möglichst auf Nahrungsmittelzusatzstoffe zu verzichten.
Bei einer ausgewogenen Ernährung kann es in der Regel nicht zu einer Überdosierung von Vitaminen oder Mineralstoffen kommen – das kann jedoch schnell geschehen, wenn zusätzlich Nahrungsergänzungsmittel, Vitamin- oder Mineralstoffergänzungen eingenommen werden. Daher sollte die Einnahme von zusätzlichen Stoffen immer mit der Ärztin oder dem Arzt abgesprochen werden. Aber auch Ernährungswissenschaftlerinnen oder Diätassistentinnen sind Ansprechpartner, wenn Fragen rund um die Ernährung auftauchen. Sie werden auch Informationen und besondere Ernährungshinweise bei Erkrankungen in der Schwangerschaft (wie zum Beispiel bei Schwangerschaftsdiabetes oder Gestose) geben können.
Listeriose in der Schwangerschaft
Listeriose ist eine Infektionskrankheit, die zwar selten vorkommt, und für Erwachsene normalerweise nicht gefährlich ist, für Schwangere aber problematisch sein kann.
Während Listerien-Bakterien normalerweise nur leichte Symptome wie eine Erkältung hervorrufen, können sie bei schwangeren Frauen eine Fehl- oder Totgeburt auslösen oder schwere Erkrankungen des Neugeborenen verursachen.
Listeriose-Keime sind fast überall zu finden, besonders aber in Rohmilch und Rohmilchprodukten. Sie können sich ebenfalls anreichern in der Rinde von Weich- und Schimmelkäse und an Obst und Gemüse, das natürlich gedüngt worden ist.
Daher wird empfohlen, dass schwangere Frauen keinen Rohmilchkäse essen, die Käserinde vor dem Verzehr von Käse abschneiden, auf rohes Fleisch und lange gelagerten Räucherfisch verzichten, frisches Gemüse und Obst vor dem Verzehr gründlich waschen und Fleisch gut durchgaren, denn die Listerien sind sehr hitzeempfindlich und werden beim Kochen abgetötet.
Toxoplasmose in der Schwangerschaft
Auch die Toxoplasmose ist eine normalerweise harmlose Infektionskrankheit, die meist unbemerkt vorübergeht. Etwa 40 Prozent aller schwangeren Frauen haben sich irgendwann in ihrem Leben, meist unbemerkt infiziert und nun Antikörper gegen Toxoplasmose im Blut. Für alle anderen Schwangeren kann eine Erstinfektion in der Schwangerschaft gefährlich werden. Es kann zu einer Früh- oder Totgeburt kommen und infizierte Kinder können noch Monate und Jahre nach der Geburt schwere Schäden am Zentralnervensystem und an den Augen bekommen.
Ein einfacher Blutest – am besten schon vor der Schwangerschaft – zeigt, ob Antikörper gegen Toxoplasmose vorhanden sind. Im Rahmen der Mutterschaftsrichtlinien (Stand 2005) werden Toxoplasmoseuntersuchungen nur bei begründetem Verdacht auf eine Infizierung vorgenommen.
Falls eine Frau Antikörper im Blut hat, darf sie davon ausgehen, dass für sie und ihr ungeborenes Kind kein Risiko besteht zu erkranken. Falls sie aber keine Antikörper hat, sollte sie sich in der Schwangerschaft vor einer Ansteckung schützen.
Toxoplasmose ist eine so genannte Zoonose und wird von Tieren auf den Menschen übertragen. Der Hauptwirt der Erreger sind infizierte Katzen und die Erreger werden meist über den Katzenkot übertragen. Über den Katzenkot können sie aber auch auf pflanzliche Lebensmittel (Salate, Beeren und andere) oder in andere Tiere gelangen, deren Fleisch, so es gegessen wird, dann gefährlich werden kann.
Ob eine Katze Überträgerin der Krankheit ist, kann die Tierärztin oder der Tierarzt feststellen. Wenn die Katze Überträgerin ist oder die Schwangere mit anderen Katzen in Kontakt kommt, sollte sie einige Verhaltensregeln beachten:
- Wenn möglich das Katzenklo nicht mehr selbst säubern.
- Falls die Schwangere es doch selbst reinigen muss, immer Plastikhandschuhe verwenden und darauf achten, dass es nicht staubt,
- das Katzenklo muss immer so sauber wie möglich sein und immer feucht gehalten werden,
- je weiter entfernt von den Wohnräumen es steht, desto besser.
- An die Katze sicherheitshalber in dieser Zeit kein rohes Fleisch verfüttern.
Auch wenn es nicht immer einfach ist: Schwangere, die nicht gegen Toxoplasmose immun sind, sollten nur gut durchgeräucherte, durchgebratene oder gekochte Wurst essen, darauf achten, Salate, Gemüse und Obst wie auch die Hände nach dem Zubereiten von rohem Fleisch und nach Garten-, Feld- oder anderen Erdarbeiten gründlich zu waschen.
Vitamin A
Schwangere Frauen sollten keine Leber essen – das hört man immer wieder. Diese Empfehlung hängt damit zusammen, dass Leber besonders viel Vitamin A enthält und es gegebenenfalls zu einer Überdosierung dieses Vitamins kommen kann. Eine Überdosierung von Vitamin A kann möglicherweise dem Ungeborenen schaden.
Deshalb wird vorsorglich vor dem übermäßigen Verzehr von tierischen Produkten - besonders Leber – gewarnt.
Kaffee und Tee
Koffein und Teein in Kaffee und Tee verengen die kindlichen Blutgefäße und können in größeren Mengen die Aufnahme von Eisen hemmen und das Kind schädigen.
Eine schwedische Studie hat herausgefunden, dass das Risiko für Fehlgeburten mit steigendem Kaffeegenuss der werdenden Mutter deutlich ansteigt. Daher empfehlen die Ärztinnen und Ärzte den Kaffeegenuss während der Schwangerschaft einzuschränken beziehungsweise ganz aufzugeben.
Das könnte für all die Frauen, die regelmäßig und viel Kaffee trinken, die Gelegenheit sein, neue Getränke für sich zu entdecken. Als alternative Getränke bieten sich Wasser, zuckerfreie Früchte- oder Kräutertee und verdünnte Obstsäfte an, die sehr gut den Durst löschen.
Weitere Informationen
- Kritische Lebensmittel in der Schwangerschaft
Der AID Infodienst Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e.V. bietet detaillierte Informationen über die Risiken einer Toxoplasmose- oder Listerieninfektion durch Lebensmittel. Die Seite informiert außerdem über Hygienemaßnahmen im Haushalt zur Minimierung des Infektionsrisikos. Eine Tabelle mit Lebensmitteln, die in der Schwangerschaft unbedenklich beziehungsweise nicht zu empfehlen sind, kann kostenlos heruntergeladen werden. (Recherchedatum: 05.02.2009)
- "Schutz vor lebensmittelbedingten Infektionen mit Listerien" (PDF)
Das Merkblatt des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) informiert zur bakteriellen Infektion Listeriose. Neben Gefährdung und Infektionsweg werden im Besonderen Schutzmaßnahmen erläutert. (Recherchedatum: 30.04.2008)
Häufig gestellte Fragen
Deckt eine vegetarische Ernährung den Nährstoffbedarf für Mutter und Kind?
Eine vielseitige vegetarische Ernährung, die Milch, Milchprodukte und Eier enthält, deckt in der Regel den Nährstoff- und Vitaminbedarf ebenso wie eine Ernährung mit Fleisch.
Vegetarierinnen sollten aber darauf achten, dass sie trotz der vegetarischen Ernährung ausreichend Eisen, B-Vitamine und Eiweiß zu sich nehmen. Falls das nicht sichergestellt ist, empfiehlt es sich, zusätzliche Vitamine und gegebenenfalls Eisenpräparate einzunehmen.
Vegetarierinnen sollten sich im Zweifel mit ihrer Ärztin, ihrem Arzt oder einer Ernährungsberaterin oder einem Ernährungsberater besprechen, und sich Tipps einholen, wie eine optimale Ernähung während der Schwangerschaft sichergestellt werden kann.
Wie kann ich das Risiko senken, an einer Listeriose zu erkranken?
Listeriose-Bakterien befinden sich unter anderem in Rohmilchprodukten, in rohem Fleisch, auf ungewaschenem Gemüse und sie reichern sich besonders in der Rinde von Weich- und Schimmelkäse an.
Wenn schwangere Frauen auf den Genuss von Rohmilch, Rohmilchprodukten und rohem Fleisch verzichten, die Rinde von Käse nicht mitessen, Fleisch gut durchgaren und waschen, das Obst und Gemüse sehr gründlich waschen, senken sie das ohnehin geringe Risiko, an Listeriose zu erkranken.
Darf ich während der Schwangerschaft Leber essen?
Eine Überdosierung von Vitamin A kann möglicherweise dem ungeborenen Kind schaden. Da der Gehalt an Vitamin A in der Leber sehr hoch ist, weil sich dieses Vitamin dort auch anreichert, ist es sicherer, wenn Schwangere im ersten Drittel der Schwangerschaft auf Leber verzichten. In allen anderen Lebensmitteln kommt Vitamin A nicht in großen Mengen vor, so dass bei normaler Ernährung kein Risiko einer Überdosierung besteht.
Sollen Schwangere ganz auf den Verzehr von Mohn verzichten?
Speisemohn enthält naturgemäß Spuren von Morphin - ein Stoff, der in der Medizin hauptsächlich zur Behandlung starker Schmerzen verwendet wird. Ende 2005 wurde jedoch festgestellt, dass der Morphingehalt in Speisemohn erheblich angestiegen ist. Nimmt man zu viel Morphin auf, kann es zu Beeinträchtigungen des Bewusstseins, Atemdepression sowie Herz-Kreislauf-Problemen kommen. Deshalb warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor allem Schwangere vor übermäßigem Mohnverzehr. Auf den Verzehr von Mohnkuchen, Mohnnudeln und andere mohnsamenhaltige Speisen sollte möglichst verzichtet werden, ein Mohnbrötchen könne jedoch bedenkenlos gegessen werden. Das BfR rät allerdings, Säuglingen und Kleinkindern keinerlei mohnsamenhaltige Speisen zu geben.
Der Grund für den Anstieg des Morphingehaltes in Speisemohn ist noch nicht eindeutig geklärt, in der Diskussion sind u. a. neue Erntemethoden, bei denen die Kapseln gequetscht werden und der austretende Milchsaft die Mohnsamen verunreinigen könnte. Bis die Produzenten von Speisemohn den Morphingehalt gesenkt haben, hat das BfR eine Richtlinie für den Verzehr von Mohnprodukten heraus gegeben: Die maximale tägliche Aufnahmemenge pro Tag sollte nicht über 6,3 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht liegen.
Muss ich meine Katze abschaffen, wenn ich schwanger bin?
Katzen können Überträgerinnen der Krankheit Toxoplasmose sein. Die Toxoplasmose ist normalerweise eine harmlose Infektion. Jedoch kann eine Erstinfektion während der Schwangerschaft zu schweren Schäden an Augen und Gehirn des Kindes führen.
Schwangere Katzenbesitzerinnen können zunächst anhand einer Blutuntersuchung feststellen lassen, ob sie gegen Toxoplasmose immun sind. Wenn ja, besteht keine Gefahr der erneuten Ansteckung. Hat die Schwangere keine Toxoplasmose-Antikörper im Blut, kann die Tierärztin oder der Tierarzt feststellen, ob die Katze Überträgerin der Krankheit ist.
Ist nun die Katze nicht Überträgerin von Toxoplasmose, sollte die Schwangere darauf achten, dass sie sich in der Schwangerschaft nicht ansteckt. Sie kann eine Ansteckung vermeiden, indem sie die Katze nicht aus der Wohnung lässt und ihr kein rohes Fleisch füttert.
Ist die Katze jedoch Überträgerin, dann sollte die Katzetoilette weit weg von den Wohnräumen aufgestellt und die Toilette feucht gehalten werden, so dass sie nicht staubt. Am besten ist es, den Partner oder andere Personen die Katzentoilette säubern zu lassen. Somit mindert man das Risiko, sich über die Katze mit den Erregern der Toxoplasmose anzustecken.
Wenn bestimmte Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden, ist es also nicht nötig, sich in der Schwangerschaft komplett von Katzen fernzuhalten oder das eigene Tier abzuschaffen.
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Checklisten zum Download
- Checkliste - »Ernährung in der Schwangerschaft«
In dieser Checkliste finden Sie wichtige Informationen, die für eine ausgewogene Ernährung in der Schwangerschaft wichtig sind.


