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Gesund leben in der Schwangerschaft

Ein Glas frisch gepresster Orangensaft. Im Hintergrund noch einige Früchte.

Schwangerschaft ist keine Krankheit und deshalb gilt grundsätzlich: Was einer Frau normalerweise gut tut und gesund ist, ist meist auch während einer Schwangerschaft richtig für sie.


Eine werdende Mutter denkt in der Schwangerschaft „für zwei“, muss aber nicht für zwei essen. Eine ausgewogene, vielseitige und möglichst vollwertige Ernährung deckt nicht nur den Nährstoff- und Vitaminbedarf der Mutter, sondern normalerweise auch den des Ungeborenen. Wer sich in der Schwangerschaft gesund ernährt und auch gesund lebt, schafft seinem Kind die beste Basis, sich optimal zu entwickeln.

Auf Tabak und Alkohol verzichten

Zur gesunden Lebensweise gehört, sich und das Kind keinen Gefahren auszusetzen. Auf Rauchen und Alkohol sollte deshalb besser ganz verzichtet werden. Auch vom Passivrauchen geht eine Gefahr aus. Räume zu meiden, in denen geraucht wird, ist sicher nicht immer einfach. Doch der Wunsch, das Beste für das Kind zu tun, gibt vielen werdenden Müttern die Kraft und den Mut, Dinge zu verändern, die ihnen vor kurzer Zeit noch unveränderbar erschienen sind.

Sport in Maßen tut gut

Wer vor der Schwangerschaft Sport getrieben hat, kann dies während einer normal verlaufenden Schwangerschaft in Maßen auch weiter tun. Studien belegen, dass Frauen, die vor der Schwangerschaft sportlich aktiv waren und dies in angemessener Weise weiterhin sind, leichter entbinden als Frauen, die sich nur wenig körperlich betätigen.

Gesund ernähren trotz Heißhunger oder Appetitlosigkeit

Besonders im ersten Schwangerschaftsdrittel kommt es nicht selten zu einem veränderten Essverhalten. Einige Frauen haben Heißhungerattacken. Andere haben plötzlich keinen Appetit mehr und müssen sich zwingen, ausreichend zu essen. Nicht wenige Schwangere haben mit Übelkeit und Erbrechen zu kämpfen.

Heißhunger und Appetitlosigkeit sind mit ein wenig Organisation und Disziplin meist recht gut in den Griff zu bekommen. Frauen, die zwischen den Mahlzeiten immer wieder hungrig sind, greifen besser zu Obst und Gemüse (Möhren, Äpfel oder Säfte) als zu belegten Broten, Kuchen oder Schokolade. Bei Heißhungerattacken hilft es, ein Glas warmes Wasser zu trinken. Das stillt häufig die drängendste Lust aufs Essen.

Falls eine Schwangere  wegen Appetitlosigkeit an Gewicht verliert, kann es helfen, regelmäßig kleine Portionen zu essen. Oft können bestimmte Lebensmittel, Gewürze oder Aromen den Appetit anregen, und auch das gemeinsame Essen mit der Familie, Freundinnen oder Freunden kann über Essensunlust hinweghelfen. Nimmt eine Frau deutlich ab, sollte sie mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt sprechen.

Strategien gegen Übelkeit

Übelkeit kann in der Schwangerschaft zu einem echten Problem werden. Ein kleiner Trost: Ab dem 4. Schwangerschaftsmonat verschwindet sie meist wieder von selbst.

Meist hilft es schon, mehrere kleine Portionen am Tag statt drei normaler Mahlzeiten zu essen. Kleine Mengen Nahrung sind oft besser verträglich. Andere bekommen die morgendliche Übelkeit in den Griff, indem sie vor dem Aufstehen einen Zwieback kauen und eine Tasse Ingwer-Tee trinken.

Falls die Übelkeit sehr stark ist und sich die Frau häufig übergeben muss,  ist ärztliche Hilfe nötig. In seltenen Fällen muss eine Behandlung in der Klinik die Gesundheit der Schwangeren und die gesunde Entwicklung des Kindes sicherstellen.

Weitere Informationen

Publikationen zum Thema

Barbara Ehret, Mirjam Roepke-Buncsak
München 2008 | Preis: 21,95 €
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Köln 2006 | Preis: kostenlos

Häufig gestellte Fragen

Deckt eine vegetarische Ernährung den Nährstoffbedarf für Mutter und Kind?

Eine vielseitige vegetarische Ernährung, die Milch, Milchprodukte und Eier enthält, deckt in der Regel den Nährstoff- und Vitaminbedarf ebenso wie eine Ernährung mit Fleisch.

Vegetarierinnen sollten aber darauf achten, dass sie trotz der vegetarischen Ernährung ausreichend Eisen, B-Vitamine und Eiweiß zu sich nehmen. Falls das nicht sichergestellt ist, empfiehlt es sich, zusätzliche Vitamine und gegebenenfalls Eisenpräparate einzunehmen.

Vegetarierinnen sollten sich im Zweifel mit ihrer Ärztin, ihrem Arzt oder einer Ernährungsberaterin oder einem Ernährungsberater besprechen, und sich Tipps einholen, wie eine optimale Ernähung während der Schwangerschaft sichergestellt werden kann.

Wie kann ich das Risiko senken, an einer Listeriose zu erkranken?

Listeriose-Bakterien befinden sich unter anderem in Rohmilchprodukten, in rohem Fleisch, auf ungewaschenem Gemüse und sie reichern sich besonders in der Rinde von Weich- und Schimmelkäse an.

Wenn schwangere Frauen auf den Genuss von Rohmilch, Rohmilchprodukten und rohem Fleisch verzichten, die Rinde von Käse nicht mitessen, Fleisch gut durchgaren und waschen, das Obst und Gemüse sehr gründlich waschen, senken sie das ohnehin geringe Risiko, an Listeriose zu erkranken.

Darf ich während der Schwangerschaft Leber essen?

Eine Überdosierung von Vitamin A kann möglicherweise dem ungeborenen Kind schaden. Da der Gehalt an Vitamin A in der Leber sehr hoch ist, weil sich dieses Vitamin dort auch anreichert, ist es sicherer, wenn Schwangere im ersten Drittel der Schwangerschaft auf Leber verzichten. In allen anderen Lebensmitteln kommt Vitamin A nicht in großen Mengen vor, so dass bei normaler Ernährung kein Risiko einer Überdosierung besteht.

Sollen Schwangere ganz auf den Verzehr von Mohn verzichten?

Speisemohn enthält naturgemäß Spuren von Morphin - ein Stoff, der in der Medizin hauptsächlich zur Behandlung starker Schmerzen verwendet wird. Ende 2005 wurde jedoch festgestellt, dass der Morphingehalt in Speisemohn erheblich angestiegen ist. Nimmt man zu viel Morphin auf, kann es zu Beeinträchtigungen des Bewusstseins, Atemdepression sowie Herz-Kreislauf-Problemen kommen. Deshalb warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor allem Schwangere vor übermäßigem Mohnverzehr. Auf den Verzehr von Mohnkuchen, Mohnnudeln und andere mohnsamenhaltige Speisen sollte möglichst verzichtet werden, ein Mohnbrötchen könne jedoch bedenkenlos gegessen werden. Das BfR rät allerdings, Säuglingen und Kleinkindern keinerlei mohnsamenhaltige Speisen zu geben.

Der Grund für den Anstieg des Morphingehaltes in Speisemohn ist noch nicht eindeutig geklärt, in der Diskussion sind u. a. neue Erntemethoden, bei denen die Kapseln gequetscht werden und der austretende Milchsaft die Mohnsamen verunreinigen könnte. Bis die Produzenten von Speisemohn den Morphingehalt gesenkt haben, hat das BfR eine Richtlinie für den Verzehr von Mohnprodukten heraus gegeben: Die maximale tägliche Aufnahmemenge pro Tag sollte nicht über 6,3 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht liegen.

Muss ich meine Katze abschaffen, wenn ich schwanger bin?

Katzen können Überträgerinnen der Krankheit Toxoplasmose sein. Die Toxoplasmose ist normalerweise eine harmlose Infektion. Jedoch kann eine Erstinfektion während der Schwangerschaft zu schweren Schäden an Augen und Gehirn des Kindes führen.

Schwangere Katzenbesitzerinnen können zunächst anhand einer Blutuntersuchung feststellen lassen, ob sie gegen Toxoplasmose immun sind. Wenn ja, besteht keine Gefahr der erneuten Ansteckung. Hat die Schwangere keine Toxoplasmose-Antikörper im Blut, kann die Tierärztin oder der Tierarzt feststellen, ob die Katze Überträgerin der Krankheit ist.

Ist nun die Katze nicht Überträgerin von Toxoplasmose, sollte die Schwangere darauf achten, dass sie sich in der Schwangerschaft nicht ansteckt. Sie kann eine Ansteckung vermeiden, indem sie die Katze nicht aus der Wohnung lässt und ihr kein rohes Fleisch füttert.

Ist die Katze jedoch Überträgerin, dann sollte die Katzetoilette weit weg von den Wohnräumen aufgestellt und die Toilette feucht gehalten werden, so dass sie nicht staubt. Am besten ist es, den Partner oder andere Personen die Katzentoilette säubern zu lassen. Somit mindert man das Risiko, sich über die Katze mit den Erregern der Toxoplasmose anzustecken.

Wenn bestimmte Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden, ist es also nicht nötig, sich in der Schwangerschaft komplett von Katzen fernzuhalten oder das eigene Tier abzuschaffen.

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