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Nikotin, Alkohol, Drogen und manche Medikamente werden im Alltag oft wegen ihrer kurzfristig anregenden oder beruhigenden Wirkung genommen. In der Schwangerschaft kann auch ein gelegentlicher Konsum dieser und anderer Stoffe das Ungeborene schädigen. So gelangen zum Beispiel Alkohol und Nikotin durch den gemeinsamen Blutkreislauf von Mutter und Kind direkt zum ungeborenen Kind. Das kann seine Entwicklung stören, es krank machen oder gar eine Fehlgeburt auslösen.
Viele werdende Mütter müssen daher in den neun Monaten der Schwangerschaft ihren Umgang mit Genussgiften ändern. Liebgewordene Gewohnheiten wie das Glas Wein zum Essen oder die »Entspannungszigarette« aufzugeben, fällt nicht immer leicht. Den meisten Schwangeren hilft es jedoch, sich klar zu machen, welche negativen Folgen ihr kurzfristiger Genuss für das Leben des Kindes haben kann.
Weitere Informationen zum Thema
- Rauchfrei in der Schwangerschaft - Ich bekomme ein Baby
Die Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hilft werdenden Eltern dabei, ihr individuelles Programm zur Raucherentwöhnung zu entwickeln. Die Broschüre kann als PDF-Dokument heruntergeladen oder bestellt werden. (Recherchedatum: 20.08.2008)
- Auf dein Wohl mein Kind
Die Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet Sachinformationen über Alkohol in der Schwangerschaft und während der Stillzeit, Erfahrungsberichte von Müttern und Vätern und hilfreiche Tipps zum Verzicht auf Alkohol. Das Heft kann als PDF-Dokument kostenlos heruntergeladen oder bestellt werden. (Recherchedatum: 20.08.2008)
- Beratung zu Medikamenten in Schwangerschaft und Stillzeit
Das Institut Reprotox in Ravensburg bietet Beratung zur Auswirkung von Medikamenten und Umweltgiften auf die Entwicklung von Kindern während der Schwangerschaft und in der Stillzeit. Das Beratungsangebot richtet sich vor allem an Fachleute aus Medizin und Pharmaindustrie, aber auch an Schwangere und Eltern. (Recherchedatum: 20.08.2008)
- "Du bist schwanger ... und nimmst Drogen?" (PDF)
Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) informiert in ihrer 32seitigen Broschüre zum Thema Schwangerschaft und Drogenkonsum. Neben der Wirkung von Drogen auf das ungeborene Kind, erläutert die Broschüre, was die Mutter für ein möglichst gesundes Kind tun kann. Zudem wird auf die Situation vor und nach der Geburt des Kindes eingegangen. (Recherchedatum: 21.08.2008)
- Fragen und Antworten zum Thema Schwangerschaft und Drogen
drugcom.de ist ein Projekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Das Internetportal informiert über legale und illegale Drogen. Auf dieser Seite werden häufig gestellte Fragen zum Thema Schwangerschaft und Drogen beantwortet. (Recherchedatum: 21.08.2008)
- Embryotox
Das öffentlich geförderte, unabhängige Embryotoxikologische Institut Berlin (Embryotox) bietet mit seiner Datenbank Informationen zur Verträglichkeit von Medikamenten, die zur Behandlung von Krankheiten in Schwangerschaft und Stillzeit häufig verschrieben werden. Neben der Möglichkeit, direkt Informationen zu Wirkstoffen und Produkten einzuholen, können über Fragebögen auch individuelle Anfragen gestellt werden. (Recherchedatum: 26.02.2010)
Häufig gestellte Fragen
Deckt eine vegetarische Ernährung den Nährstoffbedarf für Mutter und Kind?
Eine vielseitige vegetarische Ernährung, die Milch, Milchprodukte und Eier enthält, deckt in der Regel den Nährstoff- und Vitaminbedarf ebenso wie eine Ernährung mit Fleisch.
Vegetarierinnen sollten aber darauf achten, dass sie trotz der vegetarischen Ernährung ausreichend Eisen, B-Vitamine und Eiweiß zu sich nehmen. Falls das nicht sichergestellt ist, empfiehlt es sich, zusätzliche Vitamine und gegebenenfalls Eisenpräparate einzunehmen.
Vegetarierinnen sollten sich im Zweifel mit ihrer Ärztin, ihrem Arzt oder einer Ernährungsberaterin oder einem Ernährungsberater besprechen, und sich Tipps einholen, wie eine optimale Ernähung während der Schwangerschaft sichergestellt werden kann.
Wie kann ich das Risiko senken, an einer Listeriose zu erkranken?
Listeriose-Bakterien befinden sich unter anderem in Rohmilchprodukten, in rohem Fleisch, auf ungewaschenem Gemüse und sie reichern sich besonders in der Rinde von Weich- und Schimmelkäse an.
Wenn schwangere Frauen auf den Genuss von Rohmilch, Rohmilchprodukten und rohem Fleisch verzichten, die Rinde von Käse nicht mitessen, Fleisch gut durchgaren und waschen, das Obst und Gemüse sehr gründlich waschen, senken sie das ohnehin geringe Risiko, an Listeriose zu erkranken.
Darf ich während der Schwangerschaft Leber essen?
Eine Überdosierung von Vitamin A kann möglicherweise dem ungeborenen Kind schaden. Da der Gehalt an Vitamin A in der Leber sehr hoch ist, weil sich dieses Vitamin dort auch anreichert, ist es sicherer, wenn Schwangere im ersten Drittel der Schwangerschaft auf Leber verzichten. In allen anderen Lebensmitteln kommt Vitamin A nicht in großen Mengen vor, so dass bei normaler Ernährung kein Risiko einer Überdosierung besteht.
Sollen Schwangere ganz auf den Verzehr von Mohn verzichten?
Speisemohn enthält naturgemäß Spuren von Morphin - ein Stoff, der in der Medizin hauptsächlich zur Behandlung starker Schmerzen verwendet wird. Ende 2005 wurde jedoch festgestellt, dass der Morphingehalt in Speisemohn erheblich angestiegen ist. Nimmt man zu viel Morphin auf, kann es zu Beeinträchtigungen des Bewusstseins, Atemdepression sowie Herz-Kreislauf-Problemen kommen. Deshalb warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vor allem Schwangere vor übermäßigem Mohnverzehr. Auf den Verzehr von Mohnkuchen, Mohnnudeln und andere mohnsamenhaltige Speisen sollte möglichst verzichtet werden, ein Mohnbrötchen könne jedoch bedenkenlos gegessen werden. Das BfR rät allerdings, Säuglingen und Kleinkindern keinerlei mohnsamenhaltige Speisen zu geben.
Der Grund für den Anstieg des Morphingehaltes in Speisemohn ist noch nicht eindeutig geklärt, in der Diskussion sind u. a. neue Erntemethoden, bei denen die Kapseln gequetscht werden und der austretende Milchsaft die Mohnsamen verunreinigen könnte. Bis die Produzenten von Speisemohn den Morphingehalt gesenkt haben, hat das BfR eine Richtlinie für den Verzehr von Mohnprodukten heraus gegeben: Die maximale tägliche Aufnahmemenge pro Tag sollte nicht über 6,3 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht liegen.
Muss ich meine Katze abschaffen, wenn ich schwanger bin?
Katzen können Überträgerinnen der Krankheit Toxoplasmose sein. Die Toxoplasmose ist normalerweise eine harmlose Infektion. Jedoch kann eine Erstinfektion während der Schwangerschaft zu schweren Schäden an Augen und Gehirn des Kindes führen.
Schwangere Katzenbesitzerinnen können zunächst anhand einer Blutuntersuchung feststellen lassen, ob sie gegen Toxoplasmose immun sind. Wenn ja, besteht keine Gefahr der erneuten Ansteckung. Hat die Schwangere keine Toxoplasmose-Antikörper im Blut, kann die Tierärztin oder der Tierarzt feststellen, ob die Katze Überträgerin der Krankheit ist.
Ist nun die Katze nicht Überträgerin von Toxoplasmose, sollte die Schwangere darauf achten, dass sie sich in der Schwangerschaft nicht ansteckt. Sie kann eine Ansteckung vermeiden, indem sie die Katze nicht aus der Wohnung lässt und ihr kein rohes Fleisch füttert.
Ist die Katze jedoch Überträgerin, dann sollte die Katzetoilette weit weg von den Wohnräumen aufgestellt und die Toilette feucht gehalten werden, so dass sie nicht staubt. Am besten ist es, den Partner oder andere Personen die Katzentoilette säubern zu lassen. Somit mindert man das Risiko, sich über die Katze mit den Erregern der Toxoplasmose anzustecken.
Wenn bestimmte Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden, ist es also nicht nötig, sich in der Schwangerschaft komplett von Katzen fernzuhalten oder das eigene Tier abzuschaffen.


