In der Schwangerschaft verändert sich der weibliche Körper rasch und in vielfältiger Weise. Besonders in den ersten drei Monaten arbeitet der Organismus auf Hochtouren. Die Hormonausschüttung wird enorm gesteigert, die Organe stellen sich auf die Versorgung und das Wachstum des Kindes ein.
All diese Vorgänge gehen nicht unbemerkt vonstatten. Der Körper kann mit verschiedenen kleineren und größeren Beschwerden reagieren. Die meisten Schwangeren gehen, unterstützt durch die üppige Hormonproduktion, relativ gelassen mit den körperlichen Veränderungen um. Einige spüren die körperliche Umstellung mehr, andere weniger.
In der Schwangerschaft ist es besonders wichtig, bewusst mit sich und dem Körper umzugehen. Das Einnehmen von Medikamenten – auch pflanzlichen Mitteln – ohne ärztlichen Rat ist in der Schwangerschaft tabu. Bei Unsicherheiten oder ungewöhnlichen Beschwerden sollte immer die Ärztin oder der Arzt befragt werden.
Beschwerden auf einen Blick
Publikationen zum Thema
Häufig gestellte Fragen
Meine Brustwarzen sind sehr empfindlich und tun mir weh. Ist das normal, und was kann ich dagegen tun?
Während der Schwangerschaft schüttet der Körper das Hormon Prolaktin aus, das die Milchbildung anregt. Die bislang untätigen Milchdrüsen werden aktiv und das Drüsengewebe wächst. Das hat zur Folge, dass die Brustwarzen manchmal jucken und sich wund anfühlen. Linderung verschaffen warme Umschläge mit Lavendelöl oder ein Lavendel-Vollbad. Das hilft nicht nur gegen Juckreiz, sondern zusätzlich auch gegen Spannungsgefühle in der Brust. Seife trocknet dagegen die Haut aus und reizt sie noch mehr; deshalb ist es besser, zum Waschen nur klares Wasser zu verwenden. Büstenhalter sollten möglichst aus Baumwolle sein, da dieses Material hautverträglicher ist als Synthetiks.
Ich leide besonders nachts an schmerzhaften Wadenkrämpfen. Was löst sie aus und was kann ich dagegen tun?
Als eine der Hauptursachen für Wadenkrämpfe gilt Magnesiummangel. Während der Schwangerschaft ist der Magnesiumbedarf erhöht; gleichzeitig wird durch stärkeres Schwitzen und häufigeres Wasserlassen vermehrt Magnesium ausgeschieden. Da eine ausreichende Zufuhr über die Ernährung kaum möglich ist, wird häufig die Einnahme von Magnesiumpräparaten während der gesamten Schwangerschaft empfohlen.
Weitere Ursachen für Wadenkrämpfe sind Krampfadern, Blutarmut, heißes Wetter und das Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen. Es empfiehlt sich, flache, bequeme Schuhe zu tragen, in denen die Zehen nicht eingeengt werden. Hilfreich zur Vorbeugung ist außerdem alles, was die Durchblutung fördert: Regelmäßige Bewegung, Wechselduschen, Massagen der Wadenmuskulatur vor dem Einschlafen, eventuell auch durchblutungsfördernde Salben.
Ist der Krampf einmal da, helfen oft ein paar Tricks:
- Mit ausgestrecktem Bein die Zehen nach oben zum Körper hin ziehen und die Ferse nach unten drücken
- Aufstehen und die Fußsohlen kräftig gegen den Boden drücken, gleichzeitig die Knie beugen
- Die Waden auf eine Wärmflasche oder ein Heizkissen legen.
Meine Füße und Hände sind abends oft stark geschwollen. Ist das ein Hinweis auf eine beginnende Präeklampsie?
Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme) sind die Ursache für geschwollene Hände und Füße. Sie können in jedem Stadium der Schwangerschaft auftreten, besonders häufig aber in den letzten Schwangerschaftswochen. Normalerweise sind Ödeme kein Grund zur Sorge. Sie können jedoch Anzeichen für eine Präeklampsie sein. Deshalb ist es wichtig, auf alle Fälle die Ärztin oder den Arzt darüber zu informieren. Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung können dann eventuell weitere Symptome einer Präeeklampsie wie Bluthochdruck und erhöhte Eiweißkonzentration im Urin festgestellt werden.
Neben Wechselduschen und Massagen, die bei geschwollenen Beinen Linderung verschaffen, sollte die Schwangere vor allem darauf achten, genügend zu trinken. Das fördert den Stoffwechsel und damit die Ausscheidung von Schadstoffen. Außerdem helfen Obst, Gemüse und besonders Kartoffeln, die Wassereinlagerungen auszuschwemmen.

