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Ab der 32. Schwangerschaftswoche werden die Vorsorgeuntersuchungen vierzehntägig durchgeführt, ab der 36. Schwangerschaftswoche einmal wöchentlich. Dabei werden vor allem die Größe und Lage des Kindes überprüft, um zu schauen, ob Komplikationen zu erwarten sind. Auch der Zustand des Muttermundes kann bei jeder Untersuchung kontrolliert werden. Zudem wird die Schwangere auf Anzeichen einer Präeklampsie untersucht.
Ab dem neunten Schwangerschaftsmonat nimmt die werdende Mutter pro Woche etwa ein Pfund zu. Der Bauchumfang wächst rapide. Wenn das Kind ins Becken eintritt, wird durch die Absenkung der Gebärmutter das Zwerchfell entlastet, so dass die Frau wieder leichter atmen kann. Auch hat der Magen dann wieder mehr Platz. Dafür drückt die Gebärmutter jetzt noch mehr auf die Blase und sorgt für noch häufigeren Harndrang.
Kopfüber ins Finale
Gewöhnlich dreht sich das Kind etwa vier Wochen vor der Geburt mit dem Kopf nach unten in die richtige Geburtsposition. Mit dieser Wendung sinkt es tiefer ins Becken. Die unregelmäßig auftretenden Senkwehen, die mit diesem Prozess einhergehen, werden meist als ein Hartwerden des Bauches und als ein Ziehen im Kreuz wahrgenommen.
Das Ungeborene hat im Becken nun weniger Bewegungsfreiheit. Es kann zwar keine Purzelbäume mehr schlagen, aber es macht es sich jetzt vermehrt durch Tritte und Stöße bemerkbar. Gelegentlich stößt es auch mit dem Kopf gegen den Beckenboden. Die Schwangere nimmt dann in der Scheide ein Zucken oder Vibrieren wie bei einem leichten Stromstoß wahr.
Sollte das Kind noch nicht in der Kopflage liegen, kann es das bis kurz vor der Geburt nachholen. Etwa vier Prozent tun dies nicht und verbleiben in der Steißlage. Zwar gibt es Möglichkeiten, das Kind doch noch zu einer Drehung zu bewegen. Doch ist auch bei einer Steißlage eine normale Entbindung möglich – soweit es die Platzverhältnisse im Becken zulassen.
Unbequeme Zeiten für Schwangere
Der Bauchumfang und das Gewicht des Kindes können der Schwangeren jetzt verschiedene Unannehmlichkeiten bereiten. Das Zwerchfell und der Magen werden entlastet, dafür nimmt der Druck auf die Blase und auf die Blutgefäße der Beine zu. Die Bänder werden zunehmend gedehnt und geben immer mehr nach: Rückenschmerzen sind die Folge.
In den Beinen können sich Wassereinlagerungen und Krampfadern bilden, so dass die Schwangere beim Gehen schnell ermüdet. Es ist daher sinnvoll, die Venen zu entlasten und so oft wie möglich die Beine hochzulegen. Erleichterung verschaffen außerdem Wechselduschen, leichte Bürstenmassagen und regelmäßige Spaziergänge.
Auch das Sitzen kann jetzt unangenehm werden, da sich der Kopf des Kindes nach dem Eintritt ins Becken wie ein kleiner Ball zwischen den Schenkeln anfühlt.
Nachts kann es schwierig werden, eine geeignete Position zum Schlafen zu finden. Auch eine bequeme Stellung beim Geschlechtsverkehr zu finden ist nicht mehr ganz einfach. Allerdings haben viele Schwangere jetzt ohnehin weniger Lust auf Sex, da sie sich wegen ihres wachsenden Leibesumfangs meist unwohl und unbeweglich fühlen. Partnermassagen können dann eine schöne wie sinnvolle Alternative sein und zu größerem Wohlbefinden beitragen.
Ungeduldige Erwartung der Geburt
Angesichts der vielfältigen Beschwerden in den letzten Schwangerschaftswochen ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Schwangeren die Geburt ungeduldig herbeisehnen. Es kann in diesem Stadium der Schwangerschaft zu depressiven Verstimmungen kommen. Auch Ängste vor der Geburt oder vor dem Leben mit dem Kind können auftreten. Die Stimmung ist nicht selten von innerer Unruhe und Unruhe im Wechsel mit Freude und Zuversicht geprägt, besonders kurz vor Einsetzen der Wehen.
Hinzu kommt, dass die Schwangere aufgrund des unbequemen Bauchs und häufigen Harndrangs nachts kaum noch ruhig schlafen kann. Folglich hat sie mit Müdigkeit zu kämpfen. Da hilft nur, sich nach Möglichkeit viel Ruhe zu gönnen, körperliche Belastungen so weit wie möglich zu reduzieren und immer wieder einmal die Beine hochzulegen.
Doch auch wenn die Schwangere sich körperlich beeinträchtigt fühlt, überwiegt meist die Freude auf das Kind.
Letzte Vorbereitungen
Die verbleibende Zeit bis zur Geburt kann genutzt werden, um die letzten Vorbereitungen für die Geburt und das Wochenbett zu treffen: Berufstätige Frauen haben im Betrieb vielleicht noch einiges zu regeln, ehe der Mutterschutz beginnt. Das Mutterschaftsgeld kann schon vor Beginn der Mutterschutzfrist beantragt werden.
Möchte die Schwangere in der Klinik oder in einem Geburtshaus entbinden, ist es sinnvoll, sich dort rechtzeitig anzumelden. Es kann zudem Hektik ersparen, wenn der Klinikkoffer schon einige Tage vor dem errechneten Geburtstermin fertig gepackt und die Erstausstattung für das Baby vollständig ist.
Die ersten Wehen
Häufig sind Schwangere in den letzten Tagen vor der Geburt verunsichert, wenn sie Gebärmutterkontraktionen spüren: Handelt es sich um Übungswehen? Oder kündigt sich die Geburt schon an?
Übungswehen treten in unregelmäßigen Abständen auf, dauern nur kurz an und sind meist schmerzlos. Die Schwangere kann aber auch einen kleinen Test durchführen, indem sie ein warmes Bad nimmt: Echte Wehen verstärken sich im warmen Wasser, Übungswehen lassen nach kurzer Zeit nach.
Die Wehen, die die Geburt einleiten, dauern in der Anfangsphase etwa 30 bis 60 Sekunden an und treten in Intervallen von fünf bis 20 Minuten auf. In der aktiven Phase werden die Wehen länger und die Pausen dazwischen kürzer. Die Wehen sind dann schmerzhaft und mit einem Ziehen im Rücken und im Unterleib verbunden. Dennoch kann es dann noch bis zu vierzehn Stunden dauern, bis die Geburt beginnt.
Ein weiteres Anzeichen für den baldigen Geburtsbeginn ist der Abgang des Schleimpfropfs, der die Gebärmutter während der Schwangerschaft verschließt. Man nennt diesen Vorgang auch "Zeichnen". Wenn die Fruchtblase platzt und Fruchtwasser abgeht, ist es an der Zeit sich hinzulegen und die Ärztin, den Arzt oder die Hebamme zu verständigen.
weiterführende Informationen
- Der Beckenboden: Stabile Basis für Schwangerschaft und Geburt
In der Schwangerschaft verändert sich der Beckenboden: Muskeln, Bänder und Bindegewebe werden weicher. Konsequentes Beckenbodentraining schützt vor möglichen Beschwerden vor und nach der Geburt.
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Häufig gestellte Fragen
Ich schlafe nachts ganz schlecht und bin dann den ganzen Tag todmüde. Was kann ich tun, um wieder besser zu schlafen?
Schlaflosigkeit ist vor allem gegen Ende der Schwangerschaft ein häufiges Problem. Die Einnahme von Beruhigungs- oder Schlafmitteln ist tabu: Die chemischen Substanzen gelangen auch in den Blutkreislauf des Ungeborenen und können ihm schaden. Eine Alternative zu Medikamenten sind Kräutertees aus Melisse, Hopfen und/oder Baldrian. Auch ein Glas warme Milch mit Honig wirkt beruhigend.
Das Schlafzimmer sollte kühl, dunkel und gut gelüftet sein. Hilfreich sind außerdem Entspannungsübungen oder ein warmes Bad vor dem Schlafengehen. Auch ist es besser, abends nur leichte Kost und zumindest ab dem Nachmittag keine koffeinhaltigen Getränke mehr zu sich nehmen. Ein häufiger Grund für Schlafstörungen sind auch die nächtlichen Kindsbewegungen. Manchmal hilft es dann, ein wenig umherzugehen, um das Kind in den Schlaf zu wiegen.
Ich muss ständig zur Toilette gehen. Kann ich etwas gegen diese Blasenschwäche tun?
Mit fortschreitender Schwangerschaft drückt das Gewicht des Kindes zunehmend auf die Blase. Dadurch verspürt die Schwangere häufiger als sonst Harndrang. Insbesondere in den letzten Schwangerschaftswochen verstärken sich diese Beschwerden, weil die Blase wegen des Platzmangels immer weniger Wasser fassen kann. Deshalb werden bei häufigerem Blasendruck zugleich geringere Mengen Wasser ausgeschieden. Hinzu kommt, dass das Schwangerschaftshormon Progesteron entspannend auf die Blasenmuskulatur wirkt, so dass es oft auch zu unfreiwilligem Harnabgang kommt. Dagegen lässt sich leider nicht viel tun. Auf keinen Fall sollte man weniger trinken, da es dann leicht zu Harnweginfektionen kommen kann. Beckenbodenübungen vom Beginn der Schwangerschaft an können einer bleibenden Blasenschwäche vorbeugen.
Meine Füße und Hände sind abends oft stark geschwollen. Ist das ein Problem?
Ursache für geschwollene Hände und Füße sind meist Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme). Sie können zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft auftreten, besonders häufig aber in den letzten Schwangerschaftswochen. Normalerweise sind Ödeme kein Grund zur Sorge. Sie können jedoch auch Anzeichen für eine Präeklampsie sein. Deshalb ist es wichtig, die Ärztin oder den Arzt darüber zu informieren. Dann kann festgestellt werden, ob es weitere Symptome einer Präeklampsie gibt, etwa eine rasche Gewichtszunahme (mehr als ein Kilogramm pro Woche), Bluthochdruck und erhöhte Eiweißkonzentration im Urin.
Wechselduschen, leichte Massagen und das Hochlagern der Beine können bei geschwollenen Beinen Linderung verschaffen. Sehr wichtig ist, genügend zu trinken, um den Stoffwechsel und die Ausscheidung von Schadstoffen zu fördern. Obst, Gemüse und besonders Kartoffeln helfen, die Wassereinlagerungen auszuschwemmen.




