Geduldsprobe für die Nerven
Eine Überschreitung des Geburtstermins um bis zu zehn Tagen ist durchaus nicht ungewöhnlich. Für die Schwangere kann eine solche Verzögerung jedoch eine Geduldsprobe sein.
Die meisten Frauen können gegen Ende der Schwangerschaft die Geburt ohnehin kaum noch erwarten. Zur eigenen Ungeduld kommt häufig auch hinzu, dass der Partner, Verwandte oder der Freundeskreis mit häufigen Nachfragen die Erwartungshaltung verstärken. Außerdem haben viele Schwangere Angst, eine Terminüberschreitung könnte dem Kind schaden. Engmaschige ärztliche Kontrollen können dann mehr Sicherheit geben.
Bestens überwacht
Ist der errechnete Geburtstermin verstrichen, ohne dass sich der Beginn der Geburt ankündigt, finden die Vorsorgeuntersuchungen alle zwei Tage statt. Dabei wird zum einen sichergestellt, dass bei der werdenden Mutter keine Anzeichen einer Präeklampsie vorliegen. Zum anderen wird überprüft, ob es dem Kind im Bauch noch gut geht oder die Geburt künstlich eingeleitet werden muss.
Bei einer deutlichen Überschreitung des Geburtstermins besteht zunehmend die Gefahr dass der Mutterkuchen das Kind nicht mehr ausreichend ernähren kann.
Eine Störung der Plazentafunktion kann sich in einem niedrigen Östriolspiegel im Harn bemerkbar machen. Östriol ist eine Form des Hormons Östrogen, das während der Schwangerschaft in zunehmender Menge von der Plazenta produziert wird. Da die Östriolwerte im Harn jedoch starken Schwankungen unterliegen, ist ihre Aussagekraft für den Zustand der Plazenta umstritten.
Ist der Geburtstermin überschritten, wird unter Umständen mittels einer Fruchtwasserspiegelung das Fruchtwasser genauer untersucht. Ist es klar oder bernsteinfarben, besteht keine Gefahr für das Kind. Eine grünliche Verfärbung des Fruchtwassers ist dagegen oft ein Anzeichen für eine mangelnde Sauerstoffversorgung des Kindes. Möglich ist auch, dass bei einer Übertragung die Fruchtwassermenge nicht mehr ausreicht. In diesem Fall ist die Einleitung der Geburt unumgänglich.
Herztöne und Bewegungen des Fötus
Aufschluss über die Gesundheit des Kindes geben auch die Herztöne. Sie werden mit dem Kardiotokografen, kurz CTG genannt, aufgezeichnet. Gibt es keine auffälligen Befunde, braucht die Geburt nicht eingeleitet werden. Beim Wehenbelastungstest werden die Herztöne des Kindes während einiger weniger künstlich ausgelöster Wehen gemessen. So lässt sich feststellen, ob die Plazenta noch ausreichend leistungsfähig und die Sauerstoffversorgung des Kindes gewährleistet ist.
Nicht zuletzt lässt sich der Gesundheitszustand des Kindes auch an seinen Bewegungen ablesen. Sie sind zwar in den letzten Schwangerschaftswochen wegen der beengten Platzverhältnisse nicht mehr so ausgeprägt, aber noch deutlich spürbar. Die werdende Mutter kennt diese Bewegungen bestens und weiß in etwa, zu welchen Zeiten ihr Kind gewöhnlich aktiv ist oder sich ruhig verhält. Jede auffällige Abweichung von diesem Verhalten ist daher ein Grund, die Ärztin oder den Arzt aufzusuchen.
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Häufig gestellte Fragen
Ich schlafe nachts ganz schlecht und bin dann den ganzen Tag todmüde. Was kann ich tun, um wieder besser zu schlafen?
Schlaflosigkeit ist vor allem gegen Ende der Schwangerschaft ein häufiges Problem. Die Einnahme von Beruhigungs- oder Schlafmitteln ist tabu: Die chemischen Substanzen gelangen auch in den Blutkreislauf des Ungeborenen und können ihm schaden. Eine Alternative zu Medikamenten sind Kräutertees aus Melisse, Hopfen und/oder Baldrian. Auch ein Glas warme Milch mit Honig wirkt beruhigend.
Das Schlafzimmer sollte kühl, dunkel und gut gelüftet sein. Hilfreich sind außerdem Entspannungsübungen oder ein warmes Bad vor dem Schlafengehen. Auch ist es besser, abends nur leichte Kost und zumindest ab dem Nachmittag keine koffeinhaltigen Getränke mehr zu sich nehmen. Ein häufiger Grund für Schlafstörungen sind auch die nächtlichen Kindsbewegungen. Manchmal hilft es dann, ein wenig umherzugehen, um das Kind in den Schlaf zu wiegen.
Ich muss ständig zur Toilette gehen. Kann ich etwas gegen diese Blasenschwäche tun?
Mit fortschreitender Schwangerschaft drückt das Gewicht des Kindes zunehmend auf die Blase. Dadurch verspürt die Schwangere häufiger als sonst Harndrang. Insbesondere in den letzten Schwangerschaftswochen verstärken sich diese Beschwerden, weil die Blase wegen des Platzmangels immer weniger Wasser fassen kann. Deshalb werden bei häufigerem Blasendruck zugleich geringere Mengen Wasser ausgeschieden. Hinzu kommt, dass das Schwangerschaftshormon Progesteron entspannend auf die Blasenmuskulatur wirkt, so dass es oft auch zu unfreiwilligem Harnabgang kommt. Dagegen lässt sich leider nicht viel tun. Auf keinen Fall sollte man weniger trinken, da es dann leicht zu Harnweginfektionen kommen kann. Beckenbodenübungen vom Beginn der Schwangerschaft an können einer bleibenden Blasenschwäche vorbeugen.
Helfen Dampfsitzbäder als Vorbereitung auf die Geburt?
Wissenschaftlich ist zwar nicht erwiesen, dass Dampfsitzbäder eine Hilfe bei der Vorbereitung auf die Geburt sind. Aber generell sind Dampfsitzbäder gut für das Gewebe, sie machen es geschmeidiger und weicher und können damit die Geburt erleichtern. Auch können Dampfsitzbäder möglicherweise einem Dammriss oder der Notwendigkeit eines Dammschnitts entgegenwirken. Ab der 38. Schwangerschaftswoche werden Dampfsitzbäder mit Heublumen oder Lindenblüten einmal in der Woche empfohlen. Für ein Dampfsitzbad werden die Blüten in ein Gefäß, also einer kleinen Wanne zum Beispiel, mit kochendem Wasser gegeben. Nachdem das Wasser etwas abgekühlt ist, kann man sich darüber setzen.

