Schwangere haben einen gesetzlichen Anspruch auf zehn Vorsorgeuntersuchungen durch eine Ärztin oder einen Arzt, und die überwiegende Mehrheit der Schwangeren macht hiervon auch Gebrauch. Es ist ratsam, sich möglichst schnell für eine Ärztin oder einen Arzt zu entscheiden, sobald ein positiver Schwangerschaftstest vorliegt. Falls die Schwangere sich aber - aus welchen Gründen auch immer - in der Praxis nicht gut aufgehoben fühlt, ist jederzeit ein Wechsel möglich.
Die Chemie muss stimmen
Zur Schwangerenbegleitung gehört nicht nur medizinische, sondern auch persönliche Kompetenz. Neben den Vorsorgeuntersuchungen sollte genügend Zeit für ausführliche Gespräche über Schwangerschaft und Geburt und die individuellen Vorstellungen, Sorgen und Probleme der Schwangeren oder der werdenden Eltern sein. Wenn die "Chemie" in den Gesprächen stimmt und die Schwangere sich in der Praxis wohl fühlt, kann sich ein vertrauensvolles Verhältnis zu der Ärztin oder dem Arzt entwickeln. Empfehlungen von anderen können bei der Auswahl hilfreich sein, aber die eigene Stimme sollte nicht überhört werden.
Auch wenn die Schwangere sich in der ärztlichen Betreuung rundum gut aufgehoben fühlt, kann sie sich überlegen, ob sie nicht zusätzlich eine Hebamme zur Schwangerschaftsbegleitung heranzieht.
Weitere Informationen zum Thema
- Der Berufsverband der Frauenärzte e.V.
Die Seiten des Berufsverbands der Frauenärzte e.V. bieten neben Informationen für Verbandsmitglieder, Ärztinnen und Ärzte auch allgemeine Informationen zum Thema Frauen und Gesundheit. (Recherchedatum: 7.5.2007)
Publikationen zum Thema
Häufig gestellte Fragen
Helfen Dampfsitzbäder als Vorbereitung auf die Geburt?
Wissenschaftlich ist zwar nicht erwiesen, dass Dampfsitzbäder eine Hilfe bei der Vorbereitung auf die Geburt sind. Aber generell sind Dampfsitzbäder gut für das Gewebe, sie machen es geschmeidiger und weicher und können damit die Geburt erleichtern. Auch können Dampfsitzbäder möglicherweise einem Dammriss oder der Notwendigkeit eines Dammschnitts entgegenwirken. Ab der 38. Schwangerschaftswoche werden Dampfsitzbäder mit Heublumen oder Lindenblüten einmal in der Woche empfohlen. Für ein Dampfsitzbad werden die Blüten in ein Gefäß, also einer kleinen Wanne zum Beispiel, mit kochendem Wasser gegeben. Nachdem das Wasser etwas abgekühlt ist, kann man sich darüber setzen.
Was kann ich tun, um einen Dammriss zu vermeiden?
Die Dammmassage kann verhindern, dass der Damm einreißt oder geschnitten werden muss. Deshalb ist es hilfreich, während der Schwangerschaft, aber besonders sechs Wochen vor der Geburt täglich den Dammbereich und die Schamlippen mit einem naturbelassenen Öl (zum Beispiel Weizenkeim-, Jojoba-, oder Johanniskrautöl) in kreisenden Bewegungen zu massieren. Zur leichten Dehnung der Scheide können ein oder mehrere Finger in die Scheide eingeführt werden, um dann das Gewebe vorsichtig Richtung After zu dehnen. Es wird empfohlen, bei dieser Übung in die Hocke zu gehen oder sich mit angezogenen Beinen hinzulegen. Neben der Dehnungsfähigkeit des Damms fördert dies das Gefühl für die Scheide und den Beckenboden. Die Entspannungsfähigkeit während der Geburt wird dadurch wie auch durch Beckenbodenübungen erhöht.
Stimmt es, dass ich nicht ausreichend auf die Geburt vorbereitet bin, wenn ich keine Hebamme habe?
Wenn alle Vorsorgeuntersuchungen eingehalten werden und sich die Schwangere keine bestimmte Hebamme zur Geburtsbegleitung wünscht, sind die regelmäßigen Arztbesuche zur Vorbereitung auf die Geburt ausreichend.
Im Rahmen einer umfassenden Betreuung steht die Hebamme allerdings während der gesamten Schwangerschaft als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Sie nimmt sich Zeit, auf die Schwangere einzugehen und sie in allen anstehenden Fragen zu beraten. Dieser enge persönliche Kontakt ist für manche Frauen sehr wichtig. Das Wissen, das die Hebamme in der Geburtsvorbereitung vermittelt, kann die Angst verringern und damit die Geburt erleichtern. Das gilt umso mehr, wenn die Hebamme die Geburt auch persönlich begleitet. Für die Schwangere kann es außerdem sehr beruhigend sein zu wissen, dass sie auch in der ersten Zeit nach der Geburt noch von der Hebamme betreut und unterstützt wird.


