Häufig gestellte Fragen
Wie funktioniert eine äußere Wendung bei Beckenendlage?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ein Kind in eine Schädellage zu wenden. Manche kann man zu Hause allein probieren, bei manchen braucht man professionelle Hilfe. Eine Hebamme kann sinnvolle gymnastische Übungen anleiten, die die Schwangere auch zu Hause durchführen kann.
Eine weitere Möglichkeit ist die Moxibustion, eine Therapie, die aus der alten chinesischen Medizin stammt. Bei der Moxibustion wird an ausgewählten Akupunkturpunkten ein spezielles Kraut entzündet und in der Nähe der Haut abgebrannt. Dadurch soll das Kind stimuliert werden, sich selbst zu drehen.
Ab der 36. Schwangerschaftswoche werden äußere Wendungsversuche in geburtshilflichen Kliniken vorgenommen. Wenn der Bauch ganz weich und entspannt ist, kann die Frauenärztin oder der Frauenarzt unter anderem probieren, das Kind durch Drücken auf die Bauchdecke zu drehen. Dabei wird mit Ultraschall kontrolliert, dass es dem Kind gut geht. Nach der Wendung werden die Herztöne über eine Zeit von etwa einer Stunde aufgezeichnet.
Es gibt keine Garantie, dass eine äußere Wendung auch klappt. Einige Kinder drehen sich auch wieder zurück, andere haben sich schon zu fest in die Beckenendlage gesetzt. Selten reagieren die Kinder durch die Wendung so gestresst, dass eine längere Überwachung in der Klinik nötig ist.
Wie lange wird denn abgewartet, bevor klar ist, dass die Geburt nicht auf normalem Weg funktioniert?
In der Eröffnungsphase wird regelmäßig etwa alle zwei Stunden der Muttermund kontrolliert. Geht der Muttermund in dieser Zeit nicht weiter auf, kann es sein,
- dass die Geburt noch nicht wirklich begonnen hat,
- dass die Wehen zu schwach sind und sich die Geburt deswegen verzögert,
- dass das Köpfchen nicht genug drückt, weil es nicht in der richtigen Position sitzt oder die Mutter zu verspannt ist.
Zunächst wird man versuchen, die Ursache dieser Verzögerung zu beheben, zum Beispiel mit einem Wehentropf und / oder einer Periduralanästhesie oder anderen geeigneten Maßnahmen.
Länger als vier Stunden ohne Geburtsfortschritt wird jedoch selten abgewartet, selbst wenn das Befinden von Mutter und Kind gut ist.
In der Austreibungsphase, die nicht länger als zwei Stunden dauern sollte, wird häufiger untersucht und schneller mit Hilfen eingegriffen als zu Beginn der Geburt, weil das Kind in dieser Geburtsphase stärker belastet ist.
Was ist eigentlich eine Schulterdystokie?
Die Schulterdystokie ist ein seltenes, in der Geburtshilfe meist überraschend eintretendes Ereignis (0,5%), bei dem sich die Schulter des Kindes durch die ausbleibende Drehung im Geburtskanal am Schambeinbogen (Symphyse) des mütterlichen Beckens verkantet. Diese Komplikation kommt hauptsächlich bei großen, über 4000 Gramm schweren Kindern übergewichtiger oder diabetischer Mütter vor, meist Mehrgebärenden. Sie führt zu einer Verlängerung der Austreibungsphase.
Um die Risiken wie Sauerstoffmangel, Schlüsselbeinbruch oder Nervenlähmungen für das Kind zu vermeiden, sind spezielle geburtshilfliche Maßnahmen erforderlich. Dies sind beispielsweise mehrmaliges Strecken und Beugen der mütterlichen Beine in Kombination mit einer Druckausübung oberhalb des Schambeinbogens der Mutter.
Wenn die Wahrscheinlichkeit einer Schulterdystokie hoch ist, wird gegenwärtig ein geplanter Kaiserschnitt empfohlen.




