Will ich Mutter werden?

Keine Frau bricht eine Schwangerschaft leichtfertig ab. Vor der endgültigen Entscheidung liegt eine Zeit, in der das Für und Wider immer wieder abgewogen wird. Meist trifft die Frau die Entscheidung auch nicht allein, sondern einvernehmlich oder im Konflikt mit dem Partner.

Frau stützt Kinn auf Hand und schaut in die Ferne © BZgA/HN/Carolin Schüten
© BZgA/HN/Carolin Schüten

Eine ungewollte Schwangerschaft stellt für die betroffene Frau eine Konfliktsituation dar. Möglicherweise fühlt sie sich zu jung oder zu alt, um ein Kind zur Welt zu bringen. Vielleicht ist eine Mutterschaft in ihrer Lebensplanung überhaupt nicht vorgesehen oder jedenfalls nicht zu diesem Zeitpunkt.

Finanzielle oder berufliche Gründe können ebenfalls gegen ein Kind sprechen. Es kann auch sein, dass die Frau mit dem Mann, von dem sie schwanger ist, nicht zusammenleben möchte. Andererseits kann sie sich vielleicht nicht vorstellen, ein Kind allein großzuziehen. Und nicht zuletzt können negative Reaktionen des Partners oder im Familien- und Freundeskreis die Schwangere enorm verunsichern oder unter Druck setzen.

Für manche Frauen scheint unter solchen Umständen ein Schwangerschaftsabbruch die einzige Lösung zu sein. Andere Schwangere sind unsicher, ob sie das Kind nicht trotz widriger Umstände austragen möchten. In jedem Fall muss die Entscheidung für oder gegen das Kind innerhalb von zwölf Wochen nach Empfängnis getroffen werden.

Seelischer Zwiespalt

Viele Frauen befinden sich in einem Zwiespalt. Vielleicht wünschen sie sich grundsätzlich Kinder, aber nicht zu diesem Zeitpunkt. Ängste vor dem zu schwierig erscheinenden Leben mit Kind, aber auch vor dem Abbruch und seinen Konsequenzen können gleichermaßen bestehen. Oft spielen bei der Entscheidung zum Abbruch Überforderung, Zukunftsängste und Zweifel an der Partnerschaft eine ausschlaggebende Rolle. Ein Problem ist auch, wenn Frauen sich mit der Schwangerschaft allein fühlen und keine ausreichende Unterstützung durch den Partner oder die Familie haben.

Der Abbruch kann als Erleichterung erlebt werden, wenn er eine Situation beendet, die anders nicht zu bewältigen erscheint. Er kann gleichzeitig auch Enttäuschung und Trauer darüber mit sich bringen, dass es keine andere Lösung gab. Diese Trauer kann Frauen mehr oder weniger lang begleiten.

Beratung hilft

Schwangere Frauen werden mit solchen Problemen nicht allein gelassen. Die Schwangerschaftskonfliktberatung hilft bei der Entscheidungsfindung und bietet betroffenen Frauen wertvolle Unterstützung – wie auch immer ihre Entscheidung ausfällt.

Der Schwangerschaftsabbruch ist auch unter Frauen oft noch ein Tabuthema. Deshalb machen viele ihre widerstreitenden Gefühle zunächst allein mit sich selbst und ihrem Partner aus. Diese Auseinandersetzung – zumal unter Zeitdruck – wird meist als enormer seelischer Stress erlebt. Wurde die Schwangerschaft frühzeitig festgestellt, kann es aber sehr entlastend sein, sich genügend Zeit für Gespräche mit Vertrauenspersonen zu lassen, um eine tragfähige Entscheidung treffen zu können.

Eine Schwangerschaftskonfliktberatung kann hier wichtigen Beistand leisten und auch dazu beitragen, eine Zukunftsperspektive zu entwickeln. Denn manche Frauen sind in der akuten Konfliktsituation kaum in der Lage, sich vorzustellen, was eine Entscheidung für oder gegen das Kind langfristig für sie bedeuten könnte. Neben der Unterstützung bei der sachlichen Klärung der Situation kann das Beratungsgespräch helfen, den Konflikt seelisch zu bewältigen.