Beratung hilft

Wird eine Frau ungewollt schwanger, steht sie vor einer schwierigen Situation. In der Schwangerschaftskonfliktberatung kann sie Hilfe finden. Bei der Abwägung der Gründe für oder gegen eine Fortsetzung der Schwangerschaft hilft die Beratung, eine verantwortliche und gewissenhafte Entscheidung zu treffen.

Eine ungewollte Schwangerschaft bedeutet fast immer einen seelischen Zwiespalt, auf welchen die Betroffenen oftmals keine befriedigende Antwort finden. Sorgen hinsichtlich der Zukunft mit einem Kind münden oft in der Ungewissheit der Frau, ob sie das Kind bekommen soll. Für andere Frauen steht schnell fest, dass sie das Kind nicht austragen wollen. Sie haben bereits mehrere Kinder, fühlen sich zu jung oder mit der Situation überfordert.

Aufgaben und Ziel der Schwangerschaftskonfliktberatung

Hilfe in derartigen Notsituationen leistet die Schwangerschaftskonfliktberatung. Sie bietet Frauen zunächst die Möglichkeit, über ihre Sorgen zu sprechen. Darüber hinaus ist es Aufgabe der Beratung,die Schwangere über Hilfsangebote zu informieren und in ihrem Entscheidungsprozess zu beraten.

Das Ziel der Schwangerschaftskonfliktberatung liegt darin, das ungeborene Leben zu schützen, indem der Frau Perspektiven für ein Leben mit dem Kind aufgezeigt werden. Trotz dieser Zielvorgabe der Beratung müssen Frauen keine Manipulationen oder Verurteilungen seitens der Beraterin oder des Beraters fürchten. Denn die Beratungsstellen sind zugleich angehalten, Beratungsgespräche ergebnisoffen zu führen. Die Beratung soll die Frau darin unterstützen, eine eigenverantwortliche Entscheidung zu treffen.

Inhalte der Schwangerschaftskonfliktberatung

Zwei Frauen, am Tisch, schauen sich eine Broschüre an. © BZgA/HN/HS

In der Schwangerschaftskonfliktberatung erhält die Schwangere jede nach Sachlage notwendige Information. Es werden beispielsweise die Rechtsansprüche von Mutter und Kind dargelegt, medizinische und soziale Fragen erläutert und finanzielle Hilfen aufgezeigt. Die schwangere Frau erhält auch praktische Unterstützung bei der Durchsetzung von Ansprüchen, bei der Wohnungssuche, der Suche nach einer Betreuungsmöglichkeit für das erwartete Kind und beim Fortsetzen ihrer Ausbildung. Die Schwangerschaftskonfliktberatung klärt die Frau über Hilfsangebote und Handlungsoptionen auf, die es ihr ermöglichen, die Schwangerschaft fortzusetzen, sowie über die Voraussetzungen für den straffreien Schwangerschaftsabbruch. Ob die Schwangere sich entscheidet, das Kind zur Welt zu bringen oder die Schwangerschaft abzubrechen – in jedem Fall beinhaltet die Schwangerschaftskonfliktberatung auch das Angebot einer Nachbetreuung. Worüber in der Beratung konkret gesprochen wird, unterliegt der Schweigepflicht.

Schwangerschaftskonfliktberatung als Voraussetzung für den straffreien Abbruch

Anerkannte Schwangerschaftsberatungsstellen oder niedergelassene Ärztinnen und Ärzte, mit einer staatlichen Anerkennung für Schwangerschaftskonfliktberatung haben die Aufgabe, Schwangere bei der Entscheidungsfindung zu unterstützen, wenn sie einen Schwangerschaftsabbruch in Erwägung ziehen. Unabhängig vom Ergebnis der Beratung wird am Ende der Konfliktberatung eine Beratungsbescheinigung ausgestellt. Entscheidet sich die Frau für einen Abbruch, ist diese Bescheinigung Voraussetzung für einen zwar rechtswidrigen, aber straffreien Schwangerschaftsabbruch.

Ansprüche der Schwangeren - Erwartungen an die Schwangere

Jede schwangere Frau hat einen Rechtsanspruch auf umgehende Beratung. Hierfür vereinbart sie telefonisch oder vor Ort einen Beratungstermin. Für die Terminvereinbarung und als Ansprache in der Beratung gibt die Schwangere notwendigerweise einen Namen an. Da sie ein Recht auf anonyme Beratung hat, kann sie einen Namen ihrer Wahl angeben - es muss nicht ihr richtiger Name sein. Auf Wunsch kann die Frau auch eine Vertrauensperson zur Beratung mitbringen, beispielsweise den Kindsvater oder jemanden aus der Familie oder dem Freundeskreis. Falls erforderlich, kann im Rahmen der Beratung auch der Rat weiterer, gegebenenfalls externer Fachkräfte herangezogen werden, etwa wenn es um medizinische oder juristische Fragen geht oder eine psychologische Beratung erforderlich ist.

Steht ein Schwangerschaftsabbruch zur Diskussion, ist mit der Inanspruchnahme der Beratung auch eine Erwartung an die Schwangere verknüpft. Sie soll ihre Gründe für einen Schwangerschaftsabbruch darlegen, damit sie angemessen beraten werden kann. Allerdings hat es für die Frau keine strafrechtlichen Konsequenzen, wenn sie dieser Erwartung nicht nachkommt.