Der operative Schwangerschaftsabbruch

Der operative Schwangerschaftsabbruch erfolgt in der Regel ambulant. Eine erneute Schwangerschaft ist danach jederzeit möglich.

Der operative Schwangerschaftsabbruch kann in Kliniken, in entsprechend ausgestatteten Arztpraxen oder Tageskliniken durchgeführt werden. Er erfolgt entweder unter Betäubung des Muttermundes oder unter Vollnarkose. Die gebräuchlichste Methode ist die Absaugung von Frucht und Gebärmutterschleimhaut nach vorsichtiger Erweiterung des Gebärmutterhalses.

Der operative Eingriff dauert etwa zehn Minuten. Dazu kommen gegebenenfalls das Vorgespräch mit dem Anästhesisten, das Setzen der örtlichen Betäubung beziehungsweise die Einleitung der Narkose sowie eine zweistündige Ruhezeit nach dem Eingriff, bis der Kreislauf sich stabilisiert hat.

Die meisten operativen Abbrüche werden ambulant vorgenommen.Das bedeutet, dass die Frau im Anschluss – am besten in Begleitung – wieder nach Hause gehen kann. Ein stationärer Aufenthalt ist nur dann notwendig, wenn eine medizinische Indikation dafür vorliegt oder die Schwangerschaft weit fortgeschritten war. Nach dem Eingriff sollte die Frau nicht allein sein, um bei stärkeren Blutungen, etwaigen Kreislaufproblemen oder falls Fieber auftreten sollte Hilfe zu haben.

Es ist ratsam, zweimal täglich die Temperatur zu messen. Sie sollte 38 Grad nicht übersteigen. Ist sie höher, muss der Arzt oder die Ärztin informiert werden.

Der Abbruch hat eine Blutung zur Folge. Bis sie aufgehört hat, ist es besser auf Vollbäder zu verzichten und keine Tampons zu benutzen. Ebenfalls sollte in dieser Zeit auf Geschlechtsverkehr verzichtet werden.

Drei bis vier Tage nach dem Eingriff können infolge des Hormonabfalls noch einmal periodenähnliche Schmerzen und Spannungsgefühle in den Brüsten auftreten. Ebenso kann sich ein seelisches Tief bemerkbar machen. Es kann deshalb gut sein, rechtzeitig zu überlegen, wie viel Versorgung und seelische Unterstützung man möglicherweise braucht, und wer aus dem Freundes- oder Familienkreis als Beistand in Frage kommt. Nach etwa zwei Wochen ist eine medizinische Nachuntersuchung erforderlich.

Wenn im Anschluss an den Abbruch mit der Pille verhütet werden soll, muss am Tag des Abbruchs mit der Einnahme begonnen werden (vergleichbar mit der Pilleneinnahme am ersten Tag der Regelblutung bei Beginn der hormonellen Verhütung).

Körperliche Komplikationen sind selten

Während des Eingriffs können in sehr seltenen Fällen Narkoseunverträglichkeiten oder Verletzungen der Gebärmutter auftreten. Nach dem Eingriff sind Nachblutungen und Entzündungen möglich. Insgesamt sind gesundheitliche Komplikationen nach dem Eingriff jedoch sehr selten. Dies gilt vor allem dann, wenn der Abbruch vor der neunten Woche nach der Empfängnis (vor der elften Woche nach Beginn der letzten Menstruation) durchgeführt wird.

Bei normalem Verlauf des Schwangerschaftsabbruchs sind keine Auswirkungen auf spätere gewünschte Schwangerschaften zu erwarten.