. .

Das Hormonimplantat

Eine Hand auf der sich ein Hormonimplantat befindet

Das Hormonimplantat („Verhütungsstäbchen“) wird unter die Haut eingepflanzt. Es schützt für die Dauer von drei Jahren vor ungewollter Schwangerschaft. In seiner Wirkungsweise ähnelt das Präparat der Pille.


Das Hormonimplantat ist seit Mitte 2000 unter dem Handelsnamen Implanon® auf dem deutschen Markt erhältlich. Es handelt sich um ein kleines Stäbchen, das von speziell geschulten Frauenärztinnen oder Frauenärzten unter die Haut an der Innenseite des Oberarms eingepflanzt wird. Sodann werden geringe Mengen an Gestagen in den Körper abgegeben. Auf diese Weise wird eine Schwangerschaft über einen Zeitraum von drei Jahren sehr sicher verhindert. Das Verhütungsmittel soll für Frauen jedes Alters geeignet sein. Es liegen jedoch nur Studien mit Frauen zwischen 18 und 45 Jahren vor.

Grafik mit 3 Abbildungen zeigt die Platzierung des Hormonimplantates
Lupe

Die Wirkung und Anwendung des Hormonimplantats

Zwischen dem ersten und dem fünften Tag des Menstruationszyklus wird das Hormonimplantat durch einen kleinen operativen Eingriff eingepflanzt. Die Wirkung setzt sofort ein. Das freigesetzte Gestagen hemmt den Eisprung. Es führt außerdem zu Veränderungen der Schleimhaut von Gebärmutter und Gebärmutterhals.

Wie bei der Einnahme der Pille erfolgt die monatliche Blutung. Das Implantat kann zu jedem beliebigen Zeitpunkt wieder entfernt werden, wonach die Fruchtbarkeit meist innerhalb einiger Wochen wieder hergestellt ist.

Durch inkorrektes Einsetzen des Hormonimplantats sind Fälle von ungewollten Schwangerschaften bekannt geworden. Deshalb ist es wichtig, dass die Frauenärztin oder der Frauenarzt die korrekte Lage des Implantats kurze Zeit nach dem Einsetzen überprüft.

Die Sicherheit

Das Hormonimplantat verhindert einerseits den Eisprung, andererseits durch die Schleimhautveränderungen das Eindringen von Samenzellen in die Gebärmutter. Dieser Doppelwirkung verdankt Implanon seine sehr hohe Sicherheit.

Die Vorteile und Nachteile

Für Frauen, die Schwierigkeiten mit der regelmäßigen Einnahme der Pille oder mit anderen Verhütungsmitteln haben, kann das Implantat eine Alternative sein. Nebenwirkungen wie Akne, Kopfschmerzen, Spannungsgefühl in der Brust, Depressionen und Gewichtszunahme treten bei etwa zehn Prozent der Anwenderinnen auf. Bei den meisten Frauen kommt es zu länger andauernden oder häufigeren Blutungen. Bei anderen treten die Blutungen seltener auf oder bleiben ganz aus. Dies ist für Mädchen und auch für manche Frauen irritierend.

Ein weiterer Nachteil liegt darin, dass Implanon nicht einfach "abgesetzt" werden kann. Es muss von der Ärztin oder vom Arzt entfernt werden. Wenn die Frau sich entscheidet, das Implantat vor Ablauf der drei Jahre entfernen zu lassen, so ist es außerdem ein vergleichsweise teures Präparat.

Die Kosten

Die Kosten für das Hormonimplantat belaufen sich einschließlich des Honorars für das Einsetzen auf mindestens 300 Euro. Für das Entfernen muss mit einem Betrag von bis zu 40 Euro gerechnet werden.

Beratungsstellensuche

Lesen Sie auch...

Hormonelle Empfängnisverhütung

Die hormonelle Empfängnisverhütung gilt als die sicherste Verhütungsmethode überhaupt. Neben der Pille, die täglich geschluckt werden muss, gibt es zahlreiche andere Präparate, die nach dem gleichen Prinzip wirken. mehr...


Rezeptpflicht und Kostenübernahme

Hormonelle Verhütungsmittel (Pille, Minipille, Hormonspirale, Dreimonatsspritze, Hormonimplantat, Vaginalring, Verhütungspflaster) gibt es nur auf Rezept. Die meisten Frauen müssen sie selbst bezahlen. Nur bei jungen Frauen unter 20 übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten. mehr...


Der Langzyklus

Für Frauen, die starke Menstruationsbeschwerden haben oder aus anderen Gründen zeitweise auf ihre Periode verzichten möchten, kann die Pilleneinnahme im Langzyklus eine Lösung sein. Die Einnahme ohne Blutungspause hat aber auch Nachteile und Risiken. mehr...


 
319